Fünf Freunde (2012)

„Und Timmy der Hund…

von Simon F. Eglin

…wir sind die besten Freunde!“ Wer in den 80er-Jahren gross geworden ist, kam praktisch nicht an der Titelmelodie der Hörspielabenteuer der Fünf Freunde nach der Buchvorlage von Enid Blyton vorbei. Nun zeigt uns Constantin Film das erste deutsche Leinwandabenteuer mit Julian, George, Dick, Anne und Vierbeiner Timmy.

Der Beginn des rund anderthalb Stunden langen Abenteuerstreifens für Kids und Nostalgiker älteren Datums ist von einem veritablen Kaltstart von Julian (Quirin Oettl), Dick (Justus Schlingensiepen), Anne (Neele Marie Nickel) mit ihrer Cousine Georgina (Valeria Eisenbart) geprägt. Das sture Einzelkind mag generell keine Gesellschaft ausser ihrem vierbeinigen Vertrauten Timmy, der allerdings heimlich von einer Nachbarin versorgt wird, da Wissenschaftler Quentin Kirrin (Michael Fitz) bei seinen Experimenten nicht gestört werden will. Als die drei Feriengäste ebendiesen Vierbeiner allerdings aus einer misslichen Lagen befreien, schmilzt das Eis und die Grundlagen für eine Freundschaft sind gegeben. Diese wird allerdings schon bald auf eine harte Probe gestellt, denn die vier Kinder schlittern unverzüglich in ihr erstes gemeinsames Abenteuer. Sie stossen auf Hinweise, dass Onkel Quentin entführt werden soll, finden aber weder bei den beiden trotteligen Dorfpolizisten Peters und Hansen (Armin Rohde, Johann von Bülow) noch bei Tante Fanny (Anja Kling) Gehör. Also forschen sie auf eigene Faust. Der Professor hat sich auf einer Felseninsel ein Labor eingerichtet und forscht dort an einer neuartigen Energiegewinnungsmethode. Irgendjemand scheint es offensichtlich auf seine wertvollen Forschungsergebnisse abgesehen zu haben. Die ersten Spuren führen die Nachwuchsdetektive zu verdächtigen Tierfilmern und einem mysteriösen Touristen (Anatole Taubman), der sich als Agent der Regierung ausgibt. Allerdings ist es noch ein weiter Weg, bis der Fall zur Gänze gelöst und Onkel Quentin ausser Gefahr ist. Aber wie heisst es doch so schön in der eingangs erwähnten Titelmelodie: „Wir sind jedem Rätsel auf der Spur. Wir lösen sie, glaubt mir nur!“. Die Chancen stehen also auch in der deutschen Leinwandadaption nicht schlecht, dass auch die hier operierenden Bösewichte zur Strecke gebracht werden.

Regisseur Mike Markuz ist mit der deutschen Adaption des Kinderbuchklassikers von Enid Blyton ein unterhaltsamer Film gelungen, der einen ordentlichen Spannungsbogen aufweist und auch mit Humor und dem Zielpublikum angemessener Action nicht geizt. Als Vorlage wurde nicht eine bestimmte Folge der Serie übernommen, sondern ein komplett neues Drehbuch geschrieben, das Elemente von mehreren Erzählungen aufgreift, wie etwa die Felseninsel, die bei zahlreichen Abenteuern der fünf Pubertierenden als Schauplatz dient.

Nostalgiker mögen allerdings die fehlende Treue zum Original bemängeln. Die Charakteristik der Figuren mag zwar noch zu überzeugen: Georgina ist die sture und eigensinnige Einzelgängerin, die lieber ein Junge – also George – wäre. Julian übernimmt den Lead und hat den Überblick, Anne ist das ängstliche Nesthäkchen mit Allüren zum Heimchen am Herd. Dick ist allerdings zu einer Art Justus Jonas („Die drei Fragezeichen“) mutiert, der sich als wandelndes Lexikon und durch stetige Besserwisserei auszeichnet, was bei der Buch- und Hörspielvorlage nicht der Fall ist.
Obwohl die norddeutsche Landschaft, in der gedreht wurde, sich als Kulisse eignet, bleibt der Schauplatz doch als deutsch erkennbar, wobei die Original-Abenteuer unverwechselbar britisch geprägt sind. Zu guter Letzt wünschen sich Kenner des Originals die historische Kulisse herbei – die Bücher spielen in den 50er- und 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts – statt Handys und Internet, die der Familienbande heute zur Verfügung stehen, untermalmt von mehr oder weniger aktuellen Hits als Soundtrack.

Den Kids von heute, welche die Bücher und Hörspiele aus der Feder von Enid Blyton mehrheitlich nicht mehr kennen, dürfte das fehlende Lokalkolorit und die Anpassung an die Moderne hingegen wohl herzlich egal sein.

Übrigens: Schweizerinnen und Schweizer dürfen sich noch an etwas Patriotismus erfreuen: Neben einer guten Leistung von Anatole Taubman spielt auch das berühmte Schweizer Offiziersmesser eine wichtige Rolle bei der Lösung der Rätsel.

Der erste Part der Fünf Freunde aus dem Hause Constantin Film wirkt wie die Positionierung einer „Corporate Identity“ für eine ganze Serie von weiteren Abenteuern, inklusive neuem Logo. Es ist nun an den Kinobesuchern, durch klingende Kassen für eine Fortsetzung zu sorgen.

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Fünf Freunde (2012)
Deutsch: -
Land: Deutschland
Regie: Mike Marzuk
Drehbuch: Peer Klehmet, Sebastian Wehlings, Enid Blyton (Buch)
Darsteller: Valeria Eisenbart, Quirin Oettl, Justus Schlingensiepen, Neele-Marie Nickel, Anna Böttcher, Michael Fritz, Marcus Harris, Alwara Höfels, Armin Rohde, Anatole Taubmann, u.a.
Kamera: Bernhard Jasper
Schnitt: Tobias Haas
Musik: Wolfram de Marco
Laufzeit: -
Start CH: 26.01.2012
Verleih: Pathé Films
Weitere Infos bei IMDB

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©Pathé Films

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